Every picture tells a story.

Rod Stewart

 

Seona Sommer ist gebürtige Herforderin (1968) und lebt heute als freischaffende Künstlerin in Köln. Sie malt seit 2004. Sie hat Workshops bei Reni Scholz und den Hyperrealisten Dirk Dzimirsky und Eric Pouillet (Frankreich) und Eloy Morales (Spanien) besucht. Die Künstlerin betreibt außerdem den SommerKunstBlog, in dem sie regelmäßig spannende Hintergrundinformationen aus dem Atelier SommerKunst anbietet. Themen: rund um die Kunst – Biographisches – Organisation & Marketing – Gastbeiträge und vieles mehr. Schließlich ist Seona Sommer Gründungsmitglied der Brücker Kunsttage und bildet mit Udo Funk zusammen die Projektleitung.

 


Seona Sommer auf Youtube:


Die Kraft der begegnung

Mich vorzustellen bedarf einer Dreiteilung. Aber in erster Linie bin ich Künstlerin und habe mich auf realistische Porträtmalerei und Porträtzeichnung spezialisiert. Ich habe mir das nicht „ausgesucht“, sondern ich wurde schon immer magisch angezogen von Menschen, Gesichtern, Emotionen und vor allem der Vielfalt des menschlichen Ausdrucks, der kulturellen und biographischen Hintergründe sowie der unglaublichen Einzigartigkeit der Individuen. Ich empfinde eine tiefe Genugtuung darin, mich im Schaffensprozess mit einem real existierenden Menschen zu beschäftigen und dabei sein Wesen, insbesondere seine Liebenswürdigkeit, herauszuarbeiten. Dabei spielt es für mich keine übergeordnete Rolle, ob ich den Menschen persönlich kenne oder nicht. Auch lege ich keinen Wert darauf, berühmte Persönlichkeiten zu malen. Stattdessen möchte ich „ganz normalen Leuten“ aus aller Welt die Möglichkeit geben, sich einmal in einem Kunstwerk verewigen zu lassen und somit einen Moment besonderer Aufmerksamkeit zu erleben. Aber der kreative Moment kommt natürlich nicht mit der Fertigstellung des Porträts zu einem Ende. Denn darüberhinaus verfolge ich mit meinem bisherigen und weiterhin im Entstehen begriffenen Gesamtwerk den Wunsch, dass Menschen sich auf Begegnungen einlassen, wenn sie in einer Ausstellung der porträtierten Figur auf der Leinwand gegenüberstehen. Ein gemaltes Bild lädt immer zu einer anderen und intensiveren Betrachtung ein, als es der flüchtige Moment auf der Straße erlaubt. Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass persönliche Begegnungen der Schlüssel zum Frieden in der Gesellschaft und letztendlich auch auf der Welt sind. Wenn ich Besucherinnen und Besucher einer Ausstellung dazu bewegen kann, sich mit nur einem anderen Menschen intensiver zu beschäftigen, dann habe ich ein erstes Ziel erreicht. Dabei darf es sich durchaus auch um einen ihnen bekannten Menschen handeln, den sie durch das Kunstwerk vielleicht noch einmal mit neuen Augen sehen lernen. Aber besonders die Begegnung mit „dem Unbekannten“ empfinde ich als persönliche sowie gesellschaftliche Herausforderung und möchte dazu ermutigen, sich darauf einzulassen. Ich glaube fest daran, dass am Ende einer solchen Begegnung auch das Entdecken vieler Gemeinsamkeiten steht.

 

Seit September 2016 zähle ich mich mit meinem SommerKunstBlog auch zu den Bloggerinnen. Ich habe in den Jahren, in denen ich mich im Kunstbetrieb und in der Kunstszene bewege, viele Erfahrungen gesammelt und auch ein großes Netzwerk geknüpft. Es ist mir daher ein Anliegen, sowohl meine Erfahrungen weiterzugeben als auch das Netzwerken in digitaler Form auf eine für mich weitere Ebene zu heben. Eine besondere Möglichkeit ist auch das Angebot für Gastbeiträge an alle, die etwas - mit dem Schwerpunkt Kunst natürlich - über sich oder andere oder ein bestimmtes Thema schreiben möchten. Ich freue mich über professionelle Künstler_innen genauso wie über „nur“ Ausstellungsbesucher_innen. Und ich freue mich über Beiträge von Künstler_innen genauso wie z.B. über Journalist_innen, die über Kunst schreiben, oder Organisator_innen von Kunst-Projekten und Events. Darüberhinaus bietet mein Blog natürlich auch viele Hintergrundinformationen über meine eigene Kunst an!

 

Schließlich organisiere ich seit nun schon vier Jahren – zusammen mit meinem Kollegen Udo Funk – die Brücker Kunsttage: ein großes, jährliches Stadtteilevent im Kölner Osten mit bis zu 50 teilnehmenden bildenden Künstler_innen und zusätzlich einem vielfältigen Rahmenprogramm. Hier steht der Gedanke der Aufwertung der Nachbarschaft im Mittelpunkt. Es ist erstaunlich, wie viele professionelle Künstler_innen, die wir vorher alle nicht kannten, wir plötzlich im eigenen oder den umliegenden Stadtteilen kennen gelernt haben! Aber auch weniger Professionelle erhalten bei uns eine Gelegenheit, sich zu präsentieren. So ist ein ganz neues Netzwerk entstanden – so dass sich auch hier Menschen in der Nachbarschaft begegnen, ob als Gleichgesinnte oder als Teamarbeiter_innen (z.B. Geschäftsinhaber_innen/Künstler_innen), ob sie vielleicht als Besucher_innen einer Veranstaltung miteinander ins Gespräch kommen oder ob sie vielleicht sogar einfach einen lange nicht gesehenen Nachbarn wiedertreffen.